Eutiner Festspiele

Pressemitteilung aller Fraktionen in der Eutiner Stadtvertretung

PRESSEMITTEILUNG von CDU, SPD, FDP, GRÜNE, FREIE WÄHLER

Ihre Gesprächspartner beim Pressegespräch am 17.1.2025  aller Fraktionen in der Eutiner Stadtvertretung

sind heute die Fraktionsvertretenden aus der Eutiner Stadtvertretung:

• Matthias Rachfahl, Vorsitzender CDU-Fraktion

• Monika Obieray, Vorsitzende Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

• Reinhard Sohns, Stadtvertreter, Bündnis 90/Die Grünen

• Uwe Tewes, Vorsitzender SPD-Eutin

• Marius Winkler, Vorsitzender FDP-Fraktion

• Sonja Wirges, Vorsitzende der Fraktion Freie Wähler Eutin

Über die am Mittwochabend angekündigte Absage der Festspiel-Saison 2026 der Eutiner Festspiele sowie die offenbar beabsichtigte Auflösung der Festspiel gGmbH sind wir maßlos enttäuscht. Der in den Medien beschriebene Weg hin zu dieser Entscheidung stellt sich allerdings in Wahrheit deutlich anders dar, als dies seitens des Geschäftsführers Falk Herzog öffentlich kommuniziert wird. Es bedarf der Klarstellung.

Am 19. November 2025 wurden die Spitzen der Fraktionen der Stadtvertretung Eutin und die Bürgervorsteherin Egin Lohse (CDU) durch Bürgermeister Sven Radestock (Bündnis 90/Die Grünen) zu einem streng vertraulichen Gespräch eingeladen. Der Inhalt der Sitzung wurde den anwesenden Fraktionsvertretenden im Vorwege nicht mitgeteilt. An diesem Abend informierte der Geschäftsführer der Eutiner Festspiel gGmbH, Falk Herzog, die Anwesenden darüber, dass er aus persönlichen Gründen so bald wie möglich die Geschäftsführung der Festspiele Eutin gGmbH abgeben wolle und im Rahmen dessen auch eine neue Struktur der Gesellschaft anstrebe. Konkret ging es ihm darum, dass auch die Stadt als Gesellschafterin mit in die Festspiel gGmbH eintreten möge oder aber gemeinsam eine neue, zusätzliche Betriebs-GmbH gegründet werde.

Die anwesenden Fraktionsvertretenden haben sich daraufhin am 29. November 2025 intern zusammengesetzt und eine zwingend erforderliche und verantwortungsvolle Vorgehensweise formuliert, die bei einem nachfolgenden Gespräch, das am 2. Dezember 2025 stattfand, mit dem Geschäftsführer der Festspiele, Falk Herzog,besprochen wurde.

Erhebliches Risiko bei Wechsel der Geschäftsführung in der Saison gesehen

Die Fraktionsvertretenden waren sich in ihrer Einschätzung dahingehend einig, dass ein Wechsel in der Geschäftsführung der Festspiele Eutin während der laufenden Saison ein ganz erhebliches Risiko in sich birgen würde. Insofern formulierten die Fraktionsvertretenden sehr klar den Wunsch an Falk Herzog, er möge die begonnene Saison 2025/2026 noch als Geschäftsführer zur Verfügung stehen, bis dann gemeinsam in einer neu aufzustellenden Gesellschaft die Stadt Eutin wesentlich mehr Verantwortung tragen kann.

Konkrete Vorschläge zur Zukunft der Festspiele formuliert

Unsere konkreten Vorschläge über alle Fraktionen hinweg umfassen folgendes Vorgehen:

• Fortsetzung des Kartenvorverkaufs 2026 ohne Einschränkung.

• Einstellung der notwendigen personellen Ressourcen (Leitung bzw. neue Geschäftsführung),

  die die derzeitige Geschäftsführung deutlich entlastet. Ziel ist es, eine Person einzustellen, die

  sich frühzeitig in die operativen Abläufe der Eutiner Festspiele einarbeitet, sodass ein zukünfti-

  ges Ausscheiden von Falk Herzog aus dem operativen Geschäft ohne Bruch erfolgen kann.

• Abschluss aller erforderlichen Künstlerverträge für die Spielzeit 2026.

Die Fraktionsvertretenden erklärten sich bereit, zeitnah auf Kosten der Stadt Eutin eine Kanzlei mit einer Überprüfung dieses Vorgehens zu beauftragen. Ungeachtet dessen war bei allen Gesprächen klar, dass definitive Entscheidungen nicht der kleine Kreis der Fraktionsvertretenden zu treffen in der Lage ist, sondern dies nach Diskussion im öffentlich-politischen Raum letztlich auf der Ebene der Stadtvertretung nach Bewertung der Prüfung herbeizuführen ist. Eine Entscheidung und Beschlussfassung binnen weniger Wochen, wie dies Falk Herzog wünschte, war allerdings unmöglich.

Weitere Gespräche mit dem Geschäftsführer haben stattgefunden, zuletzt am 8. Dezember 2025. In diesem Austausch wurde grundsätzlich Bereitschaft signalisiert, den Betrieb der Festspiele gemeinsam neu auszurichten und auf eine tragfähige Grundlage zu stellen. In der Folgezeit kam es jedoch zu keiner weiteren Rückmeldung seitens des Festspiele-Geschäftsführers. Trotz der zuvor geäußerten Erwartung einer politischen Entscheidung bis zum 15. Dezember 2025 lag nach dem Gespräch vom 8. Dezember keine weitere Kontaktaufnahme vor.

Von Falk Herzog geforderte Vertraulichkeit hat die Abläufe beeinflusst

Insgesamt hat die von Falk Herzog geforderte absolute Vertraulichkeit den notwendigen politischen Entscheidungsprozess innerhalb der Fraktionen nicht nur verzögert, sondern in wesentlichen Teilen ausgebremst und ihm nachhaltig geschadet. Zeitgleich mit den Fraktionsvertretern erfuhr am Mittwochabend die Öffentlichkeit über die Sozialen Medien, wie die Entscheidung des Falk Herzog ausgefallen ist, nämlich die Festspielsaison 2026 abzusagen. Erst unmittelbar nach der Veröffentlichung via Soziale Medien wurden dann auch die Fraktionsvertreter durch ein Schreiben der Eutiner Festspiele über die Entscheidung in Kenntnis gesetzt.

Es ist sehr bedauerlich, dass die Saison nun abgesagt ist! Wir sehen nicht nur die Enttäuschung bei den vielen Menschen, die sich bereits Eintrittskarten für die anstehende Spielsaison gesichert haben. Wir sehen auch den Schaden für die Festspiele insgesamt, für die Stadt Eutin und den Wirtschaftsstandort Eutin! Natürlich sind wir uns auch bewusst, was das für die Mitarbeitenden der Festspiel GmbH bedeutet: es hängen daran mehrere Arbeitsplätze.

Wir waren zu jeder Zeit ein verlässlicher Partner

Die Stadt Eutin hat sich weit über die Grenzen des geplanten und finanziell verantwortbaren Rahmens hinausgehend für die Festspiele engagiert. Insgesamt sind rund 17 Millionen Euro in die Baukosten der neuen Festspielbühne geflossen. Somit verwundert es die politischen Vertreter, wenn von Falk Herzog von einer mangelhaften Unterstützung oder Verantwortungsbereitschaft seitens der Stadt gesprochen wird. Die Fakten beweisen das Gegenteil! Wir waren zu jeder Zeit ein verlässlicher Partner.

Die Absage der Saison 2026 ist eine Entscheidung, die letztlich ausschließlich vom Geschäftsführer der Eutiner Festspiele, Falk Herzog, sowie von den Gesellschaftern der Festspiel gGmbH zu verantworten ist. Aus politischer Sicht wäre eine andere Entscheidung wünschenswert gewesen und wurde auch als realistisch eingeschätzt.

Unabhängig davon sehen wir uns weiterhin in der Verantwortung gegenüber den Festspielen und ihrer Zukunft. Vor diesem Hintergrund werden wir kurzfristig prüfen, welche Wege und Konzepte geeignet sind, um die neue Bühne baldmöglichst wieder zu bespielen und eine nachhaltige Perspektive für den Spielbetrieb zu entwickeln. Ein Gesprächstermin zur Abstimmung des weiteren Vorgehens ist für die kommenden Wochen vorgesehen.